Das sagt die Presse:

Denn im deutschsprachigen Raum gibt es nichts derartiges“ Rotfuchs 23.

Was für eine Aufgabe, dieses monströse „Francafrique“, dieses militärischökonomisch-politisch gewebte Netz neokolonialer wirtschaftlicher Ausbeutung und politischer Abhängigkeit zu denunzieren und Solidarität zu mobilisieren. […]

Und besonders jetzt, wo die französische herrschende Klasse ihre Methoden der Beherrschung in Afrika zu verschleiern sucht – um nur zwei Stichworte anzuführen: Rückgabe gestohlener Kunstwerke, Rückzug der Militärbesatzung „Barkhane“. […] 

Um so größer das Verdienst von Dr. Somavo Th. Vissiennon aus Leipzig, „Mafiafrika“ zu schreiben, eine „kurze Geschichte französischer Kolonien in Afrika. Der Sinn der Francafrique“. […] 

Ihn treibt an, wie er im Vorwort schreibt, „gemeinsam hinter die Kulissen zu schauen, damit Hilfe richtig ankommt und die afrikahelfenden Institutionen ihre Arbeit nicht nur als Ablaßhandel betrachten müssen“, mit dem man sich zu Luthers Zeiten von Sünden freikaufen konnte. Werner David „I.viss“ untermalt gekonnt seine Ausführungen, verdichtet die Intensität seiner Geschichten, die 106 Seiten lang betroffen machen. Dabei schreibt der Autor nicht über den 450jährigen Sklavenhandel und nicht über die Kolonisierung im 19. Jahrhundert. Er beginnt mit der sogenannten Befreiung in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. […] 

Eine Pionierarbeit, die Somavo Th. Vissiennon geleistet hat, denn im deutschsprachigen Raum gibt es nichts derartiges, den französischen Neokolonialismus entlarvend. […] 

Aber es gehörte in die Bibliotheken, besonders in den Schulen. Und es gehört in die Hand aufgeklärter (Groß-)Väter, die ihren Kindern und Enkeln diese Geschichten vorlesen und damit zu erklären suchen, warum zum Beispiel in Europa die Schokolade so billig ist. 

 

Georges Hallermayer in Rotfuchs 23. Seite 13  -  Jahrgang, Nr. 289  Februar 2022